Über die Beschaffung von Materialien und Dienstleistungen in einem Unternehmen (B2B - Business to Business) wird häufig gesprochen, da sie uns täglich begegnet. Wofür jetzt wieder dieses Thema? Wir haben doch unsere Beschaffungsvorgänge voll im Griff - oder sind hier noch Verbesserungsmöglichkeiten? Durch den Einsatz von IT zur Unterstützung des gesamten Beschaffungsprozesses können meiner Meinung nach auch heute noch viele Potentiale gehoben werden. Nur haben wir die Disziplin, diese konsequent zu erschließen?
Entbürokratisierung tut weh - Vorgesetzte haben oft das Gefühl, Macht zu verlieren. Mitarbeitern fehlt das sichere Gefühl von einst, dass der Chef sowieso alles kontrolliert und unterschreibt. In diesem Kulturprozess vollzieht sich im Unternehmen etwas Neues - etwas, das gelernt werden muss.
Kürzere Wiederbeschaffungszeiten verringern Lagerbestände. Einkaufs-Organisationen können konzentriert werden und so mehr Zeit für den strategischen Einkauf erbringen. Bereits heute spielt die Prozessgeschwindigkeit und -flexibilität für Unternehmen eine wichtige Rolle, um im Wettbewerb bestehen zu können. Und der Druck durch immer kürzere Zyklen wird weiter zunehmen. Der Austausch von manuellen hin zu digitalen Prozessen unterstützt uns, schneller (weniger Bürokratie) aber auch besser (höhere Prozess-Qualität und -transparenz), und flexibler (ortsunabhängiger) zu werden.
Über die internen Unternehmenssicht hinaus dürfen nicht die Potentiale durch eine höhere Lieferanten-Integration über vernetzte Lieferketten vernachlässigt werden. Hierfür ist es notwendig, dass beide Partner Kerndaten ihrer Unternehmen preisgeben. Ohne Vertrauen gibt es keine Vernetzung. Unternehmen, die aber diese digitalen Anknüpfstellen durchgängig beherrschen, werden hierdurch Wettbewerbsvorteile erzielen. Heute ist dies je nach Branche noch eine Option - morgen ein Muss, um im Markt zu bleiben.
In der heutigen Zeit erlangt die Aussage - alter Wein in neuen Schläuchen - eine andere Bedeutung. Wir können uns nicht mehr darauf zurückziehen, dass wir etwas bereits einmal getan haben. Zeitzyklen werden immer kürzer, der Wandel vollzieht sich immer schneller. In der heutigen Zeit gibt es nur noch eines, was beständig ist - die Veränderung. So sind wir gut beraten, immer wieder Bestehendes zu hinterfragen, um besser zu werden.